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Hinauf zum 'Stern-Gebirge' – dem höchsten Punkt Festland-Portugals (1.993 m, Torre). Über gewaltige Felsbrocken, Gletscher-Lagunen und durch tiefe Täler. WARNUNG: Langer, stetiger Anstieg mit steilen Abschnitten. Im Winter der einzige Ort mit Schnee in Portugal. Dramatisches Hochlanderlebnis mit endlosem Horizont.
Die Serra da Estrela — das Sterngebirge — ist eine der dramatischsten und am wenigsten besuchten Berglandschaften ganz Iberiens. Mit 1.993 Metern am Torre, dem höchsten Punkt, bildet dieses Massiv die Wirbelsäule Zentralportugals und ist der einzige Ort im Land, wo im Winter zuverlässig Schnee fällt. Die Straße von Covilhã nach Seia überquert dieses spektakuläre Plateau und klettert von der Textilstadt Covilhã durch Pinien- und Heidegürtel auf ein felsdurchsetztes, mondartiges Plateau, das sich weit entfernt vom übrigen Portugal anfühlt. Die Landschaft ist uralt und elementar: enorme gerundete Granitfelsen — manche so groß wie Häuser — liegen verstreut, als wären sie aus großer Höhe gefallen, das Erbe glazialer Aktivität während der letzten Eiszeit. Gletschertäler (Covões) schneiden tief in die Flanken des Gebirges, und die Lagoa Comprida — ein langer, schmaler Gletschersee — schimmert in Höhenlagen in Grau- und Blautönen, je nach dem Himmel darüber.
Der Naturpark Serra da Estrela wurde 1976 gegründet und ist das größte Schutzgebiet Portugals. Seine menschliche Geschichte ist ebenso reich: Das Gebirge wurde von lusitanischen Stämmen besiedelt, bevor Rom kam, und das Hochplateau wurde jahrhundertelang als Sommerweide (Transhumanz) von Schäfergemeinschaften genutzt. Überreste dieser pastoralen Vergangenheit überleben in Form von Trockensteinschäferhütten (Abrigos), die über die Heide verstreut sind. Das Dorf Manteigas im Gletschertal unterhalb des Hauptkamms ist der natürliche Ausgangspunkt zur Erkundung des Parks und produziert den berühmten Queijo da Serra — ein cremiger, butterartiger Schafskäse, der zu Portugals gefeiertsten kulinarischen Produkten gehört. Der Käse, frisches Bergbrot und lokal hergestelltes Aguardente-Schnaps ergeben ein ausgezeichnetes Picknick auf Höhe.
Für VW-T3-Besitzer erfordert diese Route Respekt und sorgfältige Vorbereitung. Der Aufstieg von Covilhã zum Torre umfasst anhaltende Steigungen von 8–12% mit Haarnadelkurven und einem Gesamthöhengewinn von über 1.600 Metern. Ein leistungsschwacher oder schlecht gewarteter luftgekühlter Motor wird erheblich kämpfen, besonders im Sommer bei bereits hohen Außentemperaturen. Wasser und Kühlmittel müssen vor der Abfahrt geprüft werden. Im niedriger Gang den gesamten Aufstieg fahren, den Motor am Gipfel abkühlen lassen, bevor man absteigt, und die Bremsen vor langen Abfahrten testen. Die Belohnung ist tiefgründig: Die Aussichten vom Plateau sind in alle Richtungen endlos, und die Empfindung, in einer echten hochalpinen Wildnis zu sein — in Portugal, ausgerechnet — ist völlig unerwünscht.
Die Serra da Estrela ist ein ganzjähriges Reiseziel mit radikal unterschiedlichen Charakteren je nach Jahreszeit. Im Winter (Dezember–März) erhält das Torre-Gebiet fast jedes Jahr Schnee, und die Zufahrtsstraße ist oft gesperrt oder auf Fahrzeuge mit Schneeketten beschränkt; das Skigebiet am Torre ist das einzige in Portugal. Das Spektakel eines Schneefeldes im portugiesischen Landesinnern ist geradezu surreal und den Aufwand wert, wenn die Bedingungen es erlauben. Der Frühling (April–Juni) bringt dramatische Himmel, blühende Heide und Schmelzwasserkaskaden über die Felsen. Der Sommer ist die zugänglichste Zeit, aber auch die belebteste. Der Herbst ist wohl die schönste Saison: klare, helle Tage, goldene Heide und kaum andere Besucher an Werktagen.
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