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Schwedens berühmteste Hochgebirgsstraße. Führt tief in die nördliche Wildnis über das Stekenjokk-Plateau (höchste asphaltierte Straße Schwedens, 876 m). Ein Land der Rentierherden, tosenden Wasserfälle (Hällingsåfallet) und endlosen Tundra. WARNUNG: Nur von Juni bis Mitte Oktober offen. Stetiger Anstieg, aber gut ausgebaut. Absolute Stille und unendliche Weite.
Die Vildmarksvägen – die Wildmarkstraße – ist Schwedens Antwort auf die großen Wildnisfahrten Nordamerikas. Mit 500 Kilometern von Strömsund nach Vilhelmina ist sie kein einzelner dramatischer Pass, sondern ein nachhaltiges Eintauchen in die leersten Landschaften Nordskandinaviens. Du fährst durch urzeitlichen borealen Wald, überquerst die kahle Fjälllandschaft des Stekenjokk-Plateaus (Schwedens höchste asphaltierte Straße auf 876 Metern) und passierst samische Gemeinden, in denen Rentiere immer noch Menschen zahlenmäßig übertreffen. Das Wort 'abgelegen' ist hier kein Marketing-Begriff – es ist eine praktische Realität. Der Handyempfang bricht für lange Strecken ab, die Dörfer liegen Dutzende von Kilometern voneinander entfernt, und das Nächste, was einem Stau entspricht, ist eine Rentierherde, die in ihrem eigenen Tempo die Straße überquert.
Das Herzstück der Route ist das Stekenjokk-Plateau. Der Aufstieg ist lang und gleichmäßig statt steil, windet sich durch Birkengestrüpp, bevor die Bäume völlig ausgedünnt werden und die Landschaft zu einem weiten, windgepeitschten Hochland öffnet. Im kurzen arktischen Sommer explodiert das Plateau mit Wildblumen und Zugvögeln. Der Abstieg nach Westen – der dramatischste Abschnitt der Straße – fällt durch eine Reihe von Serpentinen steil zum Vojmsjön-Seensystem ab, mit Ausblicken, die sich über Dutzende von Kilometern erstrecken. In der Nähe von Klimpfjäll stürzt der Wasserfall Hällingsåfallet in einem dramatischen Doppelfall, der den kurzen Spaziergang vom Straßenrand rechtfertigt. In den Wäldern um Ankarede findest du vielleicht das kleine Kirchendorf, in dem sich samische Familien aus einem riesigen Gebiet einst zu wichtigen Gottesdiensten versammelten – die Holzkirche und Blockhäuser sind ein Fenster in eine Kultur, die still seit Jahrtausenden fortbesteht.
Für einen VW T3 ist die Vildmarksvägen machbar, erfordert aber gründliche Vorbereitung. Das Gefälle auf Stekenjokk ist anhaltend aber nicht brutal – die Hauptsorge ist die schiere Abgelegenheit. Reservespritar mitführen, da Tankstellen weit auseinander sind und einige früh schließen. Genug Essen und Wasser für zwei Tage mitnehmen, falls es zu einer Panne kommt. Die Straße ist durchgehend asphaltiert, aber einige Abschnitte haben groben, frostbeschädigten Asphalt, der sich rau anfühlen kann. Die Hauptgefahr für Oldtimer-Fahrzeuge ist die mögliche Überhitzung beim Stekenjokk-Aufstieg – die Temperaturanzeige im Auge behalten und die gleiche Strategie wie bei jeder Bergstraße anwenden (verlangsamen, niedrigere Gänge einlegen, anhalten und im Leerlauf fahren wenn nötig). Bei guten Sommerbedingungen ist die Straße bei gemächlichem Tempo vollständig beherrschbar.
Die Straße ist nur von etwa Juni bis Mitte Oktober vollständig geöffnet. Der Stekenjokk-Plateauabschnitt insbesondere bleibt weit in den Frühling hinein schneebedeckt und kann bereits im September Schnee bekommen. Bedingungen beim Schwedischen Verkehrsamt vor der Abfahrt überprüfen. Das ideale Fenster ist Juli bis Mitte August – die Tage sind außerordentlich lang, die Plateaublumen blühen und das Licht um Mitternacht ist eine unwirkliche Erfahrung. Mücken (knott) sind von Ende Juni bis Anfang August eine unvermeidliche Realität: Insektenschutzmittel der ernsthaftesten Art mitbringen. Der Herbst, wenn die Birken golden werden und die Rentierherden vom Hochland heruntergetrieben werden, bietet die beste Fotografie, aber kürzere Tage.
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