
Der südliche Abschnitt der längsten definierten Küstenstraße der Welt. Dramatische Klippen, alte Festungen und das Rauschen des Atlantiks.
Der Wild Atlantic Way ist die längste offiziell definierte Küstenstraße der Welt und erstreckt sich 2.500 Kilometer entlang Irlands gesamter Westküste. Dieser südliche Abschnitt — ungefähr 250 Kilometer von Cork durch West Cork und die Beara-Halbinsel bis nach Tralee in Kerry — zeigt den dramatischsten Charakter der Route. Die Küste ist hier roh und geologisch: alte Sandsteinlandzungen, Blaslöcher, Meeresbögen und schroffe Steilwände, die über Jahrtausende von atlantischem Seegang geformt wurden. Die Geschichte ist ebenso vielschichtig: von eisenzeitlichen Klippenfestungen über Hungersnotdörfer bis hin zu Cromwellianischen Küstentürmen und Fischergemeinden, die noch immer Hummerkörbe aus bunt bemalten Trawlern in kleinen Häfen holen.
Allein die Fahrt durch West Cork rechtfertigt den Umweg. Kinsale, südlich von Cork, ist eine stattliche Hafenstadt, bekannt für ihre Gastronomie und die Ruinen von Charles Fort, einer sternförmigen Befestigung aus dem 17. Jahrhundert mit Blick auf die Flussmündung. Skibbereen trägt das Gewicht der Hungersnoterinnerung — das örtliche Kulturzentrum gehört zu den eindrucksvollsten des Landes. Die Straße nach Mizen Head, dem südwestlichsten Punkt des irischen Festlandes, überquert eine Hängebrücke zu einer Signalstation, die über aufgewühltem Meer thront. Die Beara-Halbinsel, von Besuchern, die es nach Kerry zieht, oft übersehen, bietet den Healy Pass — eine Bergstraße mit engen Serpentinen und schwindelerregenden Aussichten — sowie die Seilbahn zur Dursey Island, die einzige Luftseilbahn über einen Meereskanal in Irland oder Großbritannien. Nördlich durch Kenmare schließt sich die Route der Küste Kerrys an und steigt Richtung Tralee auf, dem Tor zur Dingle-Halbinsel.
Für VW-T3-Reisende erfordert diese mehrtägige Route Planung. Die Straßen sind unterschiedlich: Die N71 durch West Cork ist gut ausgebaut und wirklich malerisch, während Abstecher auf Halbinselstraßen wie die R591 auf Beara erheblich enger werden. Der Healy Pass hat steile Steigungen und Haarnadelkurven — ein T3 schafft es, aber im niedrigen Gang und mit viel Geduld. Die Route lässt sich natürlich in zwei oder drei Tage aufteilen, mit Übernachtungsstopps in Skibbereen, Bantry, Glengarriff oder Kenmare, die alle Campingplätze oder vanfreundliche Parkbereiche bieten. Kraftstoff ist entlang der Route ausreichend vorhanden, aber vor Halbinselabstechern sollte man immer volltanken. Das Küstenwetter wechselt schnell, also immer Schichten und Regenkleidung dabei haben, egal was die Vorhersage sagt.
Mai und Juni gelten als Hauptmonate für diesen Abschnitt des Wild Atlantic Way: Die Wildblumen sind spektakulär, der Ginster brennt gelb an jedem Hang, und die Menschenmengen sind überschaubar. September und Anfang Oktober sind ebenso lohnend, mit langen klaren Abenden und ruhigen Straßen. Die Wintermonate von November bis Februar zeigen den Atlantik von seiner stürmischsten Seite — dramatisch, aber nicht immer fahrbar in einem Fahrzeug ohne Heizung. Vogelbeobachter schätzen die Herbstmonate, wenn seltene Zugvögel auf Kork-Landzungen wie Mizen und Galley Head landen. Zu welcher Jahreszeit auch immer: Planen Sie extra Zeit ein. Dies ist eine Küste, die verlangt, dass man anhält, zu Klippenkanten geht und dem Atlantik zuhört.
Natur
Most south-westerly point
* Waze navigiert nur zum Startpunkt. Nutze Google Maps für die gesamte Panoramastraße.
Hallo! Ich bin dein SlowRoads Co-Pilot. Ich kenne die Wild Atlantic Way (Süd) in- und auswendig. Frag mich nach Aussichtspunkten, lokaler Geschichte, kulinarischen Geheimtipps oder den schönsten Stellplätzen!