
Granit-‚Treppen‘-Pass durch Berner-Oberland-Staumauern und tiefblaue Stauseen — raue Hydro-Landschaft zwischen Innertkirchen und Gletsch für geduldige Fahrer. Klassische und schwache Camper: Dauersteigungen, in Buchten kühlen, Motorbremse talwärts statt Dauerbremse. Keine Passmaut; Teil der Dreipässe-Runde mit Furka und Susten. Offen etwa Juni–Oktober je nach Schnee. Tanken in Innertkirchen oder Oberwald; Talcamping. Septemberklarheit und weniger Motorräder schlagen Hochsommer an den Staumauerblicken.
Der Grimselpass ist Schwedens dramatisch industriellste Alpenstraße – eine Landschaft, in der Hochgebirgs-Wasserkrafttechnik und uralte Alpenpracht aufeinandergetroffen sind, um etwas ganz Einzigartiges zu schaffen. Die 31 Kilometer lange Route von Gletsch (wo sie auf die Furkapassstraße trifft) nach Innertkirchen im Berner Oberland überquert einen 2.165 Meter hohen Scheitelpunkt und steigt durch eine Treppe gewaltiger Stauseen ab, deren schiere Betonstauwände wie Monumente des Ingenieursehrgeizes des 20. Jahrhunderts aus dem Granit aufragen. Der Grimselsee, Räterichsbodensee und Gelmersee bilden eine Folge von elektrisch-blauen künstlichen Seen, die mit einer Science-Fiction-Landschaft verglichen wurden – und der Vergleich ist treffend.
Das Herzstück des Gipfelgebiets ist der Totensee, ein kleiner natürlicher See, der durch eine Staumauer ergänzt wurde und direkt am Passgipfel umgeben von bloßem Granit in jede Richtung liegt. Das Grimsel Hospiz, ursprünglich im 13. Jahrhundert als Unterkunft für Passreisende gegründet, ist noch als Hotel und Restaurant am Seeufer in Betrieb – eines der dramatisch gelegenen historischen Gebäude in den Alpen. Das Gebäude selbst wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals wieder aufgebaut, und die aktuelle Struktur kombiniert Steinmauern mit modernem Design auf eine Art, die zur Strenge der Landschaft passt. Der Abstieg vom Gipfel Richtung Innertkirchen ist der spektakulärste Abschnitt: Die Straße zick-zackt die Nordflanke in einer Reihe von Haarnadelkurven durch eine nackte Granitlandschaft, vorbei an der Grimselsee-Staumauer und durch das Haslital, wo das Gefälle nachlässt und Wälder zurückkehren.
Für einen klassischen oder schwachen Camper stellt der Grimsel dieselbe fundamentale Herausforderung dar wie die anderen großen Schweizer Pässe – ein anhaltender Anstieg, der niedrige Gänge, aufmerksame Beobachtung der Motortemperatur und Motorbremse beim Abstieg erfordert. Der Straßenbelag ist ausgezeichnet, aber die Kurven können eng sein und die exponierten Abschnitte sind starkem Wind ausgesetzt. Der Grimsel ist in der Regel der beliebteste der Drei-Pässe-Kombination und kann an Sommerwochenenden starken Motorradverkehr haben. Der Pass ist von Mai bis November geöffnet, mit genauen Daten abhängig vom Schneefall. Der Handeck-Wasserfall, über einen kurzen Spaziergang von der Straße auf dem nördlichen Abstieg zugänglich, ist einer der mächtigsten Wasserfälle der Alpen – die Aare stürzt in mehreren Stufen 46 Meter über eine Klippe aus rosa Granit.
Das Grimsel-Gebiet hat besondere historische Bedeutung als Schauplatz mehrerer Schlachten in den Napoleonischen Kriegen (1799) und als Standort intensiver Schweizer Wasserkraftentwicklung, die in den 1920er Jahren begann. Das Schweizer Stromnetz bezieht einen erheblichen Anteil seiner Energie aus den Grimsel-Anlagen, und das technische Meisterwerk der Staumauern, Tunnel und unterirdischen Kraftwerke ist selbst eine Attraktion. Kraftwerke Oberhasli, der Betreiber, bietet im Sommer Touren der unterirdischen Einrichtungen an. Die Gletschererosionsnarben auf dem umliegenden Granit – glatte, gebogene Rillen, die beim letzten Glazialmaximum vom Eis hinterlassen wurden – verleihen der Landschaft eine antike, mondähnliche Qualität, die unter Europäischen Alpenstraßen einzigartig ist.
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Hallo! Ich bin dein SlowRoads Co-Pilot. Ich kenne die Grimselpass in- und auswendig. Frag mich nach Aussichtspunkten, lokaler Geschichte, kulinarischen Geheimtipps oder den schönsten Stellplätzen!